"Artikel 2 des Grundgesetzes garantiert das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit und schützt die Freiheit der Person. Da steht nicht: garantiert »die halb-freie Entfaltung der Persönlichkeit«, da steht auch nicht: »die freie Entfaltung nur jener Persönlichkeiten, die sich an ihre bei der Geburt festgestellte Geschlechtszugehörigkeit halten«, da steht nicht: »die Freiheit nur jener Personen, die den traditionellen Vorstellungen von ›natürlicher‹ Männlichkeit und Weiblichkeit entsprechen«. Da steht: »das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit«."
Emcke, Carolin. Gegen den Hass (German Edition) (Kindle Locations 1666-1671). FISCHER E-Books. Kindle Edition.

Änderung des Namens im LSF, Moodle und interner Kommunikation

Gemäss einer Empfehlung der Senatskanzlei vom 9.2.17 sind die Berliner Hochschulen angehalten, trans* Studierende auf Wunsch auch vor einer gerichtlich festgestellten Namensänderung mit dem gewählten Vornamen in interner Kommunikation (emails, persönlicher Kommunikation, Hochschulregistern) anzusprechen.

Die IT-Infrastruktur der HTW erlaubt nicht, für interne und externe Kommunikation unterschiedliche Namen zu verwenden. Daher hat sich die Hochschulleitung entschlossen, den Namen im HIS-System - aus dem alle anderen Systeme gespeist werden - auch schon auf der Grundlage des DGTI-Ergänzungsausweises vor (bzw. unabhängig von) einer amtlichen Namensänderung vorzunehmen. Hierzu wenden Sie sich an den Studierendenservice via Mail an das Ticketsystem studierendenservice@htw-berlin.de.

Weiter kann es notwendig sein, eine email an die Lehrpersonen zu verschicken - z.B. wenn Sie den Namen während des Studiums ändern, oder Ihr alter Name doch irgendwo auftaucht. Dann können Sie die Lehrenden gerne auf diese Seite verweisen:

Weitere Informationen, insbesondere auch für Lehrende

Liebe Lehrende an der HTW Berlin,

für Trans*-Studierende kann es eine Hürde im Studium darstellen, an der Hochschule mit einem Namen und einer Anrede angesprochen zu werden, die Ihrer Identität und Persönlichkeit nicht entspricht.

Der Prozess einer amtlichen Namensänderung beruht auf dem veralteten Transsexuellengesetz, das bereits in Teilen als verfassungswidrig eingestuft wurde. Er ist kosten-, zeitaufwendig und psychisch belastend - nicht zuletzt weil er eine Begutachtung durch zwei Psychologen voraussetzt.

Daher ist es im Sinne einer diskriminierungsarmen Hochschule wichtig, auf Wunsch der Studierenden deren gewählte Namen und Anrede (Herr/Frau…) auch vor bzw. unabhängig von einer amtlichen Namensänderung zu verwenden. Eine entsprechende Empfehlung des regierenden Bürgermeisters ist im Februar 2017 an die Berliner Hochschulen ergangen.

Das Immatrikulationsbüro hat hierfür als Übergang eine Lösung über den im HIS vorgesehen “Künstlernamen” gefunden. Bitte verwenden Sie den gewählten Namen und die gewünschte Anrede auch darüber hinaus gegenüber dem/der Studierenden sowie insbesondere auch dort, wo Namen oder Pronomen Mitstudierenden gegenüber öffentlich gemacht werden.

Bei Fragen, Anregungen und Erfahrungen gerne bei mir melden.

Berlin, 18.9.2017 Barne Kleinen

Informationsmaterialien

  • Anschreiben der Senatsverwaltung (auf Anfrage bei mir)
  • Antidiskriminierungsstelle des Bundes: “Verwendung des gewählten Namens von trans*Studierenden an Hochschulen unabhängig von einer amtlichen Namensänderung - rechtliche Einschätzung” im Netz verfügbar u.a. bei Queer Leben
  • Arn Sauer und Erik Meyer: Wie ein grünes Schaf in einer weißen Herde. Lebensituation und Bedarfe von jungen Trans*-Menschen in Deutschland. Berlin, 2016 Publikation des BV Trans

"Nicht Transpersonen müssen begründen, warum sie anerkannt werden wollen wie andere Menschen auch. Nicht Transpersonen müssen erklären, dass ihnen dieselben subjektiven Rechte, derselbe Schutz des Gesetzgebers, derselbe öffentliche Zugang zusteht wie anderen Personen auch. Nicht Transpersonen müssen rechtfertigen, wie sie leben wollen. Nicht Transpersonen müssen begründen, warum ihnen das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit zusteht, sondern alle, die ihnen dieses Recht absprechen wollen. Es wird Zeit, dass das »Transsexuellengesetz« so reformiert wird, dass das Selbstbestimmungsrecht von Transpersonen auch dann gilt, wenn sie nicht vorher begutachtet werden."
Emcke, Carolin. Gegen den Hass (German Edition) (Kindle Locations 1674-1679). FISCHER E-Books. Kindle Edition.